

Material Memories
Erste niederländische Solo-Schau des international aufstrebenden Stars
Vom 3. Oktober 2026 bis einschließlich 7. März 2027 präsentiert das Museum van Bommel van Dam „Material Memories“: die erste niederländische Einzelausstellung der in Paris geborenen Marie-Claire Messouma Manlanbien. In monumentalen Installationen aus unter anderem Textilien, Kupfer, organischen Materialien und Kristallen – Materialien, die Erinnerungen und Bedeutung in sich tragen – verbindet die Künstlerin Epochen, Kulturen und Traditionen und macht Fürsorge sichtbar, spürbar und thematisierbar
„Material Memories“ bildet zudem den Auftakt zu einer neuen Ausstellungsreihe des Museums van Bommel van Dam. In dieser Reihe erhalten internationale Talente, die kurz vor dem Durchbruch stehen, ihre erste museale Einzelausstellung in den Niederlanden. Manlanbien ist zweifellos ein solches Talent: Im Jahr 2023 hatte sie eine Einzelausstellung im Palais de Tokyo, einer der weltweit führenden Institutionen für zeitgenössische Kunst.
Materialien voller Symbolik
Marie-Claire Messouma Manlanbien (1990) wurde in Frankreich als Tochter einer französisch-antillischen Mutter aus dem karibischen Guadeloupe und eines Vaters geboren, der dem Volk der Akan in der Elfenbeinküste angehört. Sie wuchs zwischen Paris, Guadeloupe und Abidjan, der wirtschaftlichen Hauptstadt der Elfenbeinküste, auf. Seit 2004 lebt, studiert und arbeitet sie in Frankreich. Ihr vielschichtiger Hintergrund prägt die Art und Weise, wie sie mit Materialien umgeht.
Für Manlanbien sind Gold, Kupfer, Erde, Stoffe und Kristalle keine neutralen Rohstoffe. So gilt Gold in der Akan-Kultur ihres Vaters als Zeichen königlicher Macht, weckt Kupfer warme Erinnerungen an familiäre Werkstätten und dienen Steine wie Karneol, rosa Opal und Mondstein seit Jahrhunderten zur Linderung bestimmter Beschwerden. In jedem dieser Materialien steckt eine eigene Geschichte und Erinnerung. Für Manlanbien sind sie nicht nur Baumaterialien, sondern auch Träger von Bedeutung – von Fürsorge und Kraft bis hin zu Fruchtbarkeit und Weitergabe.


Kunst, die besänftigt
Aus der Überzeugung heraus, dass Sanftheit mächtiger ist als Wut und Heilung radikaler als Anklage, schuf Marie-Claire Messouma Manlanbien die sechs Installationen in „Material Memories“. Zusammen bilden sie eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Körper, mit Fürsorge und mit dem, was wir an die nächste Generation weitergeben.
Die Ausstellung beginnt mit „Take Care“ (2023), einer monumentalen Kupferspirale, die sich an einem Wandteppich entlangschlängelt und Wärme, Verbundenheit und Lebenskraft vermittelt. Umgeben von Kristallen, mundgeblasenem Glas, Pflanzen und Klängen verwandelt das Werk den Raum in einen meditativen Ort, an dem man darüber nachdenken kann, was man in sich trägt und was man braucht.
Für „Mémoires des Corps“ (2025) untersuchte Manlanbien, wie sich Traumata und Schmerzen im Zusammenhang mit weiblicher Sexualität und Fortpflanzung auswirken. Die Installation ist als Ort der Neubewertung und des Widerstands gegen schädliche Tabus konzipiert.
„Temple du Soin / Temple of Care“ (2024) entstand in einem alten Kloster. Die spirituelle Ausstrahlung dieses Raums spiegelt sich in dem Werk wider. Wasserfontänen und blaue Textilien, die sowohl vom Ozean als auch vom Kosmos inspiriert sind, laden den Besucher dazu ein, das Tempo zu drosseln und für einen Moment zur Ruhe zu kommen.
In „Night and Day / La Nuit & Le Jour“ (2021) steht die Beziehung zwischen dem Menschen und seiner natürlichen Umgebung im Mittelpunkt. Für diese Installation hat Manlanbien verschiedene Erzählungen über die Entstehung des Kosmos zusammengeführt, um ein Bild von nahen und fernen Welten zu vermitteln.
Neue, bisher nicht gezeigte Arbeiten
Speziell für „Material Memories“ hat Marie-Claire Messouma Manlanbien auch neue Arbeiten geschaffen. Während eines kürzlich absolvierten einjährigen Künstleraufenthalts in der Villa Medici in Rom untersuchte sie verschiedene lokale Pflanzen und Wandteppiche. Außerdem vertiefte sie sich in die Pharmakopöe, das jahrhundertealte Wissen über Heilpflanzen. Eine zentrale Pflanze in ihrer Forschung war das bei zahlreichen Beschwerden einsetzbare Helichrysum.
Daraus entstand „La Maison Messouma“, das sowohl eine einzigartige und exklusive Bekleidungsmarke als auch ein Konzept für Pflege und Wohlbefinden beherbergt. Aus derselben Untersuchung gingen auch „Myriades“ (2026) und „Un Pied de Chance“ (2026) hervor. Beide Installationen bestehen aus Textilien, duftenden Pflanzen und Blumen, ätherischen Ölen, poetischen Texten und Klängen. Zusammen schaffen sie eine sinnliche Umgebung, die dazu einlädt, einen Moment innezuhalten.


Neue Reihe für internationale Nachwuchskünstler
Mit „Material Memories“ startet das Museum van Bommel van Dam eine Reihe von Einzelausstellungen, die internationalen Nachwuchskünstlern gewidmet sind, denen in den Niederlanden bisher noch keine so große Bühne geboten wurde. Die Auswahl dieser Künstler erfolgt auf der Grundlage ihrer Bedeutung als neue Generation: Sie sind es, die die Kunst von heute auf unverwechselbare und radikale Weise prägen.
Museumsdirektorin Rieke Righolt: „Bei Marie-Claire Messouma Manlanbien beginnt alles beim Körper: bei der Genesung und dem, was uns trägt. In der zeitgenössischen Kunst sehen wir immer häufiger eine Auseinandersetzung mit Fürsorge, Heilung und Sanftheit. Manlanbien macht diese Begriffe radikal greifbar. Jedes Material, jede Technik, jede Form ist bewusst mit einer Tradition oder Familiengeschichte verbunden. Nichts ist Kulisse, alles hat eine Bedeutung.
Ihre monumentalen Installationen strahlen die tief verwurzelte Überzeugung aus, dass Fürsorge eine kollektive Verantwortung ist. Halte inne, scheint das Werk zu sagen, und höre auf deinen eigenen Körper und darauf, woher er kommt. Kümmere dich um ihn und schenke ihm die Aufmerksamkeit, die er verlangt. Manlanbien versteht es, dies dem Betrachter mit außergewöhnlicher Kraft zu vermitteln.“
Nach der Einzelausstellung von Manlanbien wird die Reihe im Frühjahr 2028 fortgesetzt mit der spanischen Künstlerin Eva Fàbregas (Barcelona, 1988). Frühere Einzelausstellungen von Fàbregas fanden im Hamburger Bahnhof in Berlin (2024) und im Matadero in Madrid (2025) statt.











































