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Grau! Art on Aging

24. Januar 2026 bis einschließlich 14. Juni 2026

Perspektiven des Älterwerdens in einer alternden Gesellschaft

In einer Gesellschaft, die obsessiv nach ewiger Jugend strebt, zeigt das Museum van Bommel van Dam die erste große Ausstellung zum Thema „Alter“. Vom 24. Januar bis zum 14. Juni 2026 präsentiert das Kunstmuseum die Gruppenausstellung Grau! Art on Aging. Anhand von Werken internationaler zeitgenössischer Künstler untersucht die Ausstellung die Sichtweise auf und die Erfahrung des Älterwerdens in einer alternden Gesellschaft: von Altersdiskriminierung und Wahrnehmung bis hin zur Schönheit des sich verändernden Körpers und der Beziehung zwischen den Generationen. In Fotos, Videos, Gemälden, Installationen und Zeichnungen bekannter Künstler zeichnet Grau! ein facettenreiches Bild einer der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit.

Teilnehmende Künstler sind Tyna Adebowale, Diana Blok, melanie bonajo, Marrie Bot, Margriet van Breevoort, Gluklya, Jan van Herwijnen, Wen Hui, Pauline Curnier Jardin, Sam Jinks, Isadora Kosofsky, Marcos Kueh, Maria Lassnig, Hans Luiken, Margriet Luyten, Carmen Schabracq, Lique Schoot, Sjoerd Schunselaar, Joan Semmel, Jakop Slegt, Lily van der Stokker, Fiona Tan, Maurice Thomassen, Hendrik Valk und René Wong.

24. Januar 2026 bis einschließlich 14. Juni 2026

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Überalterung

In unserer Gesellschaft sprechen wir häufiger über Anti-Aging als über die Weisheit, die mit dem Älterwerden einhergeht. Dank der verbesserten Gesundheitsversorgung werden wir immer älter: im Jahr 2040 wird ein Viertel der niederländischen Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Gleichzeitig erlebt jeder dritte ältere Mensch – schon das Wort an sich ist eine schwierige Bezeichnung – Altersdiskriminierung. Es gibt sogar einen Begriff dafür: Seniorismus. Und im stark überalterten Limburg, wo das Museum seinen Sitz hat, sind die Herausforderungen für das Gesundheitswesen, den Arbeitsmarkt und das Sozialwesen groß.

Auf der anderen Seite zeichnet sich die Limburger Gesellschaft durch starken sozialen Zusammenhalt, Gemeinschaftssinn und ein reichhaltiges ehrenamtliches Engagement aus. Das Museum van Bommel van Dam schließt sich mit Grau! dieser regionalen Realität an und bringt in einem umfangreichen interaktiven Programm soziale Organisationen, Einwohner und Museumsbesucher zusammen, um über das Älterwerden, Seniorismus und Solidarität zwischen den Generationen nachzudenken.

Placeholder for Diana Blok Mother I 1996 Diana Blok Collectie Museum ArnhemDiana Blok Mother I 1996 Diana Blok Collectie Museum Arnhem

Zwei Generationen von Kuratoren

Grau! Art on Aging wurde von Kuratoren aus verschiedenen Generationen zusammengestellt, sodass das Thema dynamisch und vielschichtig behandelt wird. Sjors Bindels (1991), Kurator für zeitgenössische Kunst im Museum van Bommel van Dam, und Gastkuratorin und Publizistin Mirjam Westen (1956) haben die Ausstellung anhand von drei Hauptthemen zusammengestellt: Seniorismus, der sich verändernde Körper und die Beziehung zwischen den Generationen.

Seniorismus und Imagebildung

Schon von klein auf werden wir mit negativen Vorstellungen und Vorurteilen über das Älterwerden konfrontiert. Diese Vorurteile und Stereotypen beeinflussen unsere Gedanken, Gefühle und sogar unser Verhalten gegenüber (anderen) älteren Menschen und unserem eigenen Alterungsprozess. Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung hinterfragen die vorherrschenden Ansichten und stellen unsere Sichtweise auf alternde Menschen zur Debatte.

So befragt die in Limburg geborene melanie bonajo (1978) in ihrem Werk Progress vs Regress von 2016 eine Gruppe von Hundertjährigen zu ihrem Leben und dazu, wie sie die technologischen Entwicklungen des letzten Jahrhunderts erleben: von der Pille bis zum Selfie-Stick. Der Film zeigt, wie sich ältere Menschen manchmal von einer sich schnell verändernden Gesellschaft entfremdet fühlen, und stellt gleichzeitig die Frage, was „Fortschritt” wirklich bedeutet.

Die Dokumentarfotografin Isadora Kosofsky (USA, 1993) hinterfragt mit ihrem Projekt Senior Love Triangle (2019) bestehende soziale Normen. Darin zeichnet sie ein intimes Porträt von drei über 80-Jährigen, die eine komplexe, romantische Dreiecksbeziehung als Schutzschild gegen die Einsamkeit führen.

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Der sich verändernde Körper

Unsere Beziehung zum alternden Körper wird immer komplexer. In diesem Sinne befasst sich die Ausstellung nicht nur mit dem Druck der Anti-Aging-Kultur, sondern zeigt auch die Schönheit und Verletzlichkeit des Körpers im Zusammenhang mit dem Vergehen der Zeit.

So hinterfragt Joan Semmel (USA, 1932) mit ihren berühmten Gemälden, in denen sie seit Jahrzehnten ihren eigenen Körper darstellt, den „männlichen Blick” und die Objektivierung des weiblichen Körpers. Anstatt den Alterungsprozess zu verbergen, feiert Semmel ihn in seiner ganzen Echtheit.

Maria Lassnig (Österreich, 1919-2014) gilt als Pionierin auf dem Gebiet des Body Awareness Painting. Dabei versuchte sie, ihren Körper „von innen heraus” zu malen – nicht das, was sie sah, sondern das, was sie in diesem Moment fühlte. In ihren späteren Gemälden stellte Lassnig explizit die Erfahrungen dar, die mit dem Älterwerden einhergehen, wie körperliche Beschwerden und das nahende Ende.

Placeholder for Joan Semmel Crossed Arms 2018 Courtesy of the Artist and Xavier Hufkens Brussels verkleindJoan Semmel Crossed Arms 2018 Courtesy of the Artist and Xavier Hufkens Brussels verkleind

Die Beziehung zwischen den Generationen

Welche Rolle spielen Vorfahren? In Grau! wird auch die Beziehung zwischen den Generationen thematisiert, sowohl zu Lebzeiten als auch nach dem Tod. Künstler zeigen, wie verschiedene Kulturen ältere Menschen betrachten, und reflektieren darüber, wie Vorfahren unsere Identität und kulturelle Geschichte beeinflussen.

So lässt sich Tyna Adebowale (Nigeria, 1982) von der nigerianischen Uneme-Gemeinschaft in der sie aufgewachsen ist inspirieren, einer Gemeinschaft, in der mehrere Frauen gemeinsam ein Kind großziehen. In ihrer Arbeit untersucht sie deren Rolle bei der Weitergabe von Wissen und Traditionen und wie diese Vorfahrenrolle zur Identität und Widerstandsfähigkeit einer Gemeinschaft beiträgt.

Die chinesische Performancekünstlerin Wen Hui (1960) würdigt in der Videoinstallation Dance with Third Grandma von 2015 ihre „vergessene” Großtante. Indem sie mit ihr tanzt und sich bewegt, erschließt sie unbekannte Geschichten.

Placeholder for Tyna Adebowale After Idibah street 2025 Courtesy the artist and Ellen de Bruijne ProjectsTyna Adebowale After Idibah street 2025 Courtesy the artist and Ellen de Bruijne Projects

Auch außerhalb des Museums

Grau! reicht über den Präsentationssaal hinaus. In einem umfangreichen Publikums- und Beteiligungsprogramm diskutieren Einwohner der Gemeinde Venlo verschiedener Generationen und kultureller Hintergründe über Seniorismus, gute Elternschaft und Generationswechsel.

Nachbarschaftsgruppen und soziale Organisationen erkunden gemeinsam die Zukunft ihrer Gemeinschaft, und ältere Menschen werden für die Minidokumentationsreihe Beeldbrekers mit jungen Kreativen zusammengebracht. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, Philosophen, Autoren und Künstlern findet eine Symposiumreihe für Fachleute aus der Altenpflege, politische Entscheidungsträger und andere Interessierte statt. Das Auditorium des Museums, vorübergehend in „OUDitorium” umbenannt, dient als Raum für Aktivitäten, Interaktion und Reflexion.

Können wir gemeinsam die Wahrnehmung des Älterwerdens verändern und in eine andere Geschichte umschreiben, in der Begegnung, Verbindung und Vorstellungskraft im Mittelpunkt stehen?

Grau! wird ermöglicht durch die Unterstützung von:

Grau! wird ermöglicht durch die Unterstützung der Gemeinde Venlo, der Provinz Limburg, des Mondriaan Fonds, des VSBfonds, des Cultuurfonds, des Fonds Sluyterman van Loo und VENLOKLEURT. Das Publikums- und Beteiligungsprogramm wird in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Partnern realisiert, darunter der Zukunftsökologin Marjolein Pijnappels, Rumah Films, Incluzio Sociale Basis, Assist Jeugdwerk und die Stiftung S.O.B. Venlo.

Weitere Ausstellungen