Mapping the Landscape: Künstlerin Heidi Linck stößt auf einen verfallenen Gewächshauskomplex

Das Museum van Bommel van Dam organisiert anlässlich der Floriade das Projekt Mapping the Landscape, innerhalb dessen die städtische und natürliche Landschaft in der (Eu-)Regio Venlo untersucht wird. Acht KünstlerInnen sind aufgefordert, sich von der Landschaft in und um Venlo inspirieren zu lassen und auffällige Eigenschaften ins Bild zu bringen. Heidi Linck, eine der teilnehmenden Künstlerinnen, hat sich im März ein paar Tage in Venlo aufgehalten und hat zu Fuß und auf dem Fahrrad die Gegend erforscht. Dabei stieß sie auf den verfallenen Gewächshauskomplex in Hout-Blerick.

Gewächshäuser
Obwohl man in einem Gewächshaus alles andere als Wildwuchs erwartet, ist dieser Gewächshauskomplex völlig überwuchert. Birken, Schmetterlingsflieder und Gräser wachsen teils durch das Glasdach. Es hausen dort Drosseln, Weidenlaubsänger, Ratten und diverse Insekten. Die Spuren des Gartenbauers, der hier einmal seinen Betrieb hatte, haben sich mit den Spuren von Landstreichern und spielenden Kindern vermischt. Es ist deutlich, dass in den Gewächshäusern eine neue Landschaft entstanden ist und dass diese viele Geschichten birgt.
Nicht nur die Gewächshäuser werfen Fragen auf, sondern auch deren Lage im Dorf. Nur einen Steinwurf entfernt liegt eine prächtige Kirche, wegen der die Straße als Dorfkern unter Denkmalschutz steht. An den Gewächshäusern entlang strömt der Springbeek. Die Brücke über diesen Wasserlauf hat vor kurzem ein neues, von einem Künstler entworfenes Brückengeländer erhalten. Ein Netz von Wanderwegen verbindet diese besonderen Plätze. Ein sorgsam eingerichteter öffentlicher Raum, dem sich die verfallenen Gewächshäuser entzogen haben.

Untersuchung
Neugierig auf die Entstehungsgeschichte dieses Ortes hat Heidi Linck sie in verschiedenen Archiven untersucht. Kataster- und andere offizielle Gemeindeeintragungen sind kombiniert mit Protokollen lokaler Sitzungen, Gesprächen mit Anwohnern und Dokumenten von Dorfbewohnern. Mit zusätzlichen eigenen Bildaufnahmen der Gewächshäuser hat sie so ein neues Archiv angelegt.
Heidi Lincks Untersuchung spitzt sich auf die Frage zu, wer der Besitzer eines solchen Ortes ist. Der formale Besitzer ist am wenigsten sichtbar. Er besitzt zwar den Grund, doch die Anlieger besitzen die Aussicht darauf. Der Landstreicher, die spielenden Kinder und nun auch die Künstlerin – jeder hat sich auf seine eigene Weise den Raum zu eigen gemacht. Der Gartenbauer ist als Vorbesitzer noch durch die Existenz der Gewächshäuser und des Inventars anwesend. Und bevor er sich hier niederließ, ist hier im 2. Weltkrieg ein britischer Pilot abgestürzt. Im Dorf wird erzählt, dass das Flugzeugwrack noch immer unter den Gewächshäusern liegt.

Führung
Die Geschichten aus den Gewächshäusern und die Wechselwirkung mit der direkten Umgebung des Ortes bilden den Ausgangspunkt für eine Führung durch das Dorf. Heidi Linck hat die unmittelbar Betroffenen als lokale Experten gebeten, einen Beitrag zur Führung zu leisten. So werden Mitglieder des Dorfrates und Anwohner eingeladen, ihre Sicht der Landschaft zu geben. Die Führung streift den Springbeek, die Brücke, die Gewächshäuser, die Kirche und die frühere Viehfutterfabrik. Diese Orten haben alle einen Bezug zu den verfallenen Gewächshäusern.

Die Führung findet am Sonntag, den 10 Juni, um 14 Uhr statt. Sie beginnt und endet beim  Café De Elze, Baarlosestraat 324 inHout-Blerick. Es können maximal 30 Personen an der Führung teilnehmen. Anmeldungen vor dem 8. Juni beim Museum van Bommel van Dam via info@vanbommelvandam.nl oder telefonisch 0031(0)77 351 34 57. Die Teilnahme ist gratis. Ein Teil der Route ist nicht oder nur schwer zugänglich für Rollstühle und Kinderwagen. Im Anschluss wird im Café De Elze Kaffee oder Tee mit Kuchen angeboten. Bei starkem Regen wird die Route gekürzt und ein Teil des Programms nach drinnen verlegt.

Mehr Information über das Projekt finden Sie auf www.mappingthelandscape.eu

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Eine Antwort auf Mapping the Landscape: Künstlerin Heidi Linck stößt auf einen verfallenen Gewächshauskomplex

  1. der peter sagt:

    Die oude tuinkassen zijn opeens wel ‘hot’ met de komst van de Floriade. Gek dat aan eerdere soortgelijke projecten nooit veel aandacht is besteed:
    http://www.obras-del-alma.com/Greenhouses.html