Pressebericht
Eine Auswahl von Ankäufen (2003-2008) aus der Kunstsammlung der Firma Océ
Schon zweimal hat die Firma Océ in der Vergangenheit Gelegenheit gehabt, einen Teil ihrer Kunstsammlung in einem Museum auszustellen. 1996 zeigte das Bonnefantenmuseum in Maastricht unter dem Titel „Junge Kunst“ eine Auswahl aus den Werken, die zwischen 1990 und 1996 erworben wurden. Der Titel dieser ersten Ausstellung definierte zugleich die Strategie für den künftigen Kunsterwerb der Firma. Das Museum Van Bommel Van Dam in Venlo zeigte 2003 eine Auswahl aus den Ankäufen, die seit der vorherigen Ausstellung getätigt worden waren. Der Titel dieser Ausstellung Is de schilder happy? (Ist der Maler glücklich?), bringt die Verbundenheit mit den Künstlern zum Ausdruck. Gleichzeitig verweist er auf den Fokus der Sammlung, die Malerei. Dieser Schwerpunkt schließt allerdings nicht aus, dass auch Werke aus anderen Gattungen der bildenden Kunst erworben werden.
Something and Something Else
Der Titel der Ausstellung Something and Something Else ist ebenso wie bei der vorhergehenden Ausstellung dem Titel eines Werks aus der Sammlung entlehnt. Dieses Kunstwerk nimmt in der Präsentation der Neuerwerbungen aus den letzten fünf Jahren eine herausragende Stellung ein. Das genannte Werk gehört zu einer Serie von Arbeiten, die der amerikanische Künstler Nathan Dilworth im Laufe seines Studiums am Amsterdamer Künstlerinstitut „De Ateliers“ schuf. Das Werk von Dilworth ist in jeder Hinsicht something und something else. Dilworth fertigt Skulpturen aus einfachen Materialien wie Gipsplatten, Brettern und billigen Teppichen an. Er fotografiert sich selbst in seinem Atelier. Er faltet winzige Papierstücke zu Form-Farb-Kompositionen. Und anschließend bringt er das alles auf unterschiedliche Weise zusammen. Die Formen aus Papier scannt er ein und montiert sie anschließend digital auf die Fotos. Diese Fotos werden ausgedruckt und dann in andere Formen zerschnitten. Eines der Werke – eine Kombination aus einem Foto und kleinen Farbflächen – hat Dilworth auf Vinyl drucken lassen. Es ist eine Fotoarbeit, aber sie erhält nicht zuletzt dadurch, dass sie – wie die Plane eines Lastwagens – an den Rändern mit Metall-Ösen versehen ist, an denen sie auf die Wand gespannt wird, wieder eine räumliche Qualität. Something and Something Else ist zudem ein Kunstwerk auf einem Medium, das aus der Océ-Technologie stammt. Das macht dieses Werk als Brücke zwischen bildender Kunst und der Firma Océ besonders interessant.
Die Kunstsammlung der Firma Océ
Die Ausstellung Something and Something Else will vor allem zeigen, mit welchen Kunstwerken die Stiftung „Océ Kunstbezit“ in den vergangenen fünf Jahren die Niederlassungen der Firma bereichert hat. Auf diese Weise kommen in einer musealen Übersicht nicht nur die einzelnen Werke zu ihrem Recht, sondern es werden auch die großen Linien und Zusammenhänge der Sammlung erkennbar. Diese Linien und Zusammenhänge werden einerseits durch den für den Ankauf der Werke verantwortlichen künstlerischen Berater und den Kurator bestimmt, andererseits jedoch vor allem durch die Arbeiten, die in den letzten Jahren entstanden sind. Der Schwerpunkt in der Océ-Sammlung liegt auf der Malerei. Und dort vor allem auf der Malerei, die erforschen will und die versucht, neue Wege einzuschlagen.
Zuallererst ist da die Kunst, die das eigene Genre unter die Lupe nimmt. So sucht die Schwedin Malin Persson nach einer natürlichen Verbindung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Strömungen: der Landschaftsmalerei und der abstrakten Malerei. Die Niederländerin Judith Krebbekx wählt als Ausgangspunkt ihrer Arbeit ein anderes klassisches Motiv der Malerei: das Porträt. Sie abstrahiert das menschliche Gesicht mit organischen Formen, die dadurch, dass sie harmonieren oder aber auch gegensätzlich sind, bestimmte Züge einer Persönlichkeit wiedergeben. Der deutsche Künstler Jens Wolf malt seine abstrakten Formen direkt auf Birkensperrholz, sodass sich die organische Faserstruktur auf bemerkenswerte Weise mit den strengen Farbflächen und Linien verbindet. Dabei durchbricht er die Perfektion der Farbflächen und Linien absichtlich, indem er die Farbe mit ausgefransten Rändern versieht.
Diese drei Genres – Landschaftsmalerei, Porträt und abstrakte Kunst – bilden wichtige Leitlinien der Ausstellung. Aber diese Leitlinien werden durch Arbeiten anderer Künstler umgehend wieder relativiert.
Künstler wie die Deutsche Eva Räder oder der Niederländer Emile Miedema malen zwar beide recht konkrete Motive – häufig Menschen –, verwenden diese jedoch nur, um den Zuschauer dazu zu verleiten, sich in die strukturelle Gliederung des Bildes zu vertiefen. Die Mädchen von Miedema und die Porträts von Räder sind vor allem Komposition und Farbe, eine Aufeinanderfolge von Farbschichten, die nicht so sehr eine Abbildung der Wirklichkeit anstreben, sondern vielmehr den Entstehungsprozess bezeugen.
Viel weniger abstrakt ist ein momentan bei Künstlern sehr beliebtes Forschungsfeld, und zwar das Verhältnis zu der allseits präsenten Bildkultur. Der bosnische Künstler Igor Sevcuk verwendet alte (Familien-) Fotos, die er analysiert, indem er sie aus einer verzerrenden Perspektive nachmalt oder filmt. Dadurch, dass er das Foto aus nächster Nähe abtastet, versucht er, der Abbildung „unter die Haut zu kriechen“, die – auch wenn es sich um ein Foto handelt – immer mehr ist als das, was man sieht.
Darüber hinaus gibt es noch die Künstler, die versuchen, die eigene Psyche in Farbe zu fassen. Und auf der anderen Seite jene, die versuchen, zu Problemen von globalen Ausmaßen, wie der Erderwärmung, Stellung zu beziehen.
Die Ausstellung Something and Something Else ist der Versuch, eine lebendige Sammlung von Kunstwerken zu erfassen. Aber jedes Werk in der Sammlung von Océ entzieht sich den obigen Beschreibungen auch sofort wieder und ist immer ein bisschen something und gleichzeitig something else. Eine Mehrdeutigkeit, die in der Ausstellung sichtbar wird.
Künstler
In der Ausstellung werden Werke gezeigt von: Wafae Ahalouch el Keriasti, Philip Akkerman, Antoine Berghs, Raymond Cuijpers, Nathan Dilworth, Martijn Lucas van Erp, Ad Gerritsen, Melissa Gordon, Nick Goulis, Terry Haggerty, Georgie Hopton, Donna Huddleston, Hilary Irons, Henri Jacobs, Ruud Janssen, Flore de Koning, Frank Koolen, Judith Krebbekx, David Maljkovic, Armando Mariño, Emile Miedema, Ray Moon, Malin Persson, Eva Räder, Wouter van Riessen, Jan Roeland, Igor Sevcuk, Bonnie Severien, Pär Strömberg, Esther Tielemans, Justin Wijers, Bas de Wit, Marjolijn de Wit, Jens Wolf, Roman Wolgin und Nico Yerna.
Katalog on demand
Besucher können sich ihren eigenen Ausstellungskatalog der Künstler, die sie faszinieren, zusammenstellen. Océ stellt ein Gerät auf, an dem sich jeder seinen „Katalog on demand“ selbst ausdrucken kann.
- Bas de Wit – Schudden voor gebruik (2005-2006)
- Bonnie Severien – Zonhuis (2008)
- Emile Miedema, Zonder titel (2005)
- Frank Koolen – Videostill uit The future of life (2006)
- Hillary Irons – Hunting and gathering (2004)
- Justin Wijers – Dead iraqui (2004)
- Malin Persson – Divided space (2006)
- Nathan Dilworth – Something and something else (2007)









![(NL) Nieuw, nieuwer, nieuwst [1] (NL) Nieuw, nieuwer, nieuwst [1]](http://www.vanbommelvandam.nl/wp-content/uploads/2013/04/NNN1-142x100.jpg)




Senden...
