Lost in Flowers

6. Mai 2012 bis 19. August 2012

Mit Lost in Flowers zeigt Museum van Bommel van Dam in Venlo keine klassischen Blumenstillleben, sondern einen abwechselungsreichen, frischen Blick auf das Thema Blumen: Silikon, Farbe und Garn in den Bildern von Arjan van Arendonk; die faszinierende, transparente Materialität von geschichtetem japanischen Papier bei Ellen Jess; die extremen Vergrößerungen in den Fotos von Hildegard Monssen; die monumentalen und barokken fotografischen Kompositionen von Margriet Smulders.

Blumen sind seit Jahr und Tag eine Quelle der Inspiration in der Kunst. Die Sonnenblumen von van Gogh, die Blumenstillleben mit gewagten Farbkompositionen von Jan Sluijters — sogar ein abstrakter Künstler wie Piet Mondriaan beschäftigte sich mit Blumen.
Das Komponieren von Blumenstillleben ist und bleibt eine beliebte Beschäftigung sowohl bei Malern als bei Fotografen. Es bietet die Freiheit, auf sehr viele Weisen mit Farbe, Licht und Form zu experimentieren. Lost in Flowers zeigt vier Künstler, die sehr persönlich auf Natur und insbesondere die Blumenwelt reagieren.

Der Maler Arjan van Arendonk (Waalwijk/NL, 1957) benutzt schon seit Jahren mit regelmäßigen Mustern bedruckte Stoffe als Untergrund für seine Bilder. So entstehen immer wieder faszinierende, expressive Wechselwirkungen zwischen Vorder- und Hintergrund. Diese Konzept passt nahtlos in van Arendonks Idee, dass Kunst vor allem ‘nahebei’ sein sollte. Vor ein paar Jahren hat er angefangen, neben den sich wiederholenden dekorativen Readymades und Acryl mehrfarbige Silikone für seine Kompositionen zu benutzen. Diese werden in reiner, unvermischter Form direkt auf die teils bewusst leer gelassene Leinwand gedrückt. Das ungewöhnliche Material wirkt in den Künstlerhänden van Arendonks im Wortsinn wie im übertragenen wie das Sahnehäubchen auf der Torte.

Ellen Jess (Schwerte/D, 1939) entdeckt einst in der Provence zwischen rauen, dornigen Sträuchern die Pracht der Iris, eine verletzbare, aber gleichzeitig kräftige Blume mit konstant wiegenden, transparenten Blättern. Seitdem macht sie — als persönlichen Gruß an Vincent van Gogh — geschichtete Papiercollagen, in denen sich das Faszinosum Iris immer wieder anders darstellt. Die subtilen Papierlagen, in denen auffallend viel Blau verarbeitet ist, geben den Irissen ein ätherische Ausstrahlung.

Im Gegensatz zu vielen Fachkollegen arbeitet Hildegard Monssen (Vorst/D, 1948) in ihrem Atelier in Neuss immer mit natürlichem Licht beim Fotografieren. Wegen dieser völligen Abhängigkeit von idealen Wetterbedingungen muss sie manchmal lange auf den richtigen Moment warten. Aktuell hat sie vorrangig an einer Farbfotoserie gearbeitet, die sie Le Paysage Florale nennt. Diese Nahaufnahmen von mysteriösen Blumenwelten transformieren sich vor unserem geistigen Auge zu magischen Flowerscapes. Als Betrachter sitzen wir gewissermaßen auf der Haut teils welkender oder manchmal bereits verwelkter Blumen. Das extreme Einzoomen macht jedes Haar, jede Linie, jeden Knoten und jeden Nerv im Verfall sichtbar.

Margriet Smulders (Bussum/NL,1955) ist vor allem bekannt wegen ihrer besonderen Blumenstillleben, die in einigen Museen, Betriebs- und Privatsammlungen vertreten sind. Sie kombiniert Blumen und Früchte mit Spiegeln und Wasser, sodass der theatrale Charakter zu maximaler Geltung kommt. Aktuell verwebt sie immer häufiger fremde Elemente in ihre Stillleben: mal blutig und schwer, dann wieder luftig und frivol.
Anlässlich der Floriade 2012 malt Margriet Smulders außerdem ein monumentales Wandbild auf die Fassade des Museum van Bommel van Dam; es heißt In de Roos (In der(die) Rose, aber auch: Mitten ins Schwarze). Eine Arbeit, in der Zeichnen und Malen auf überraschende Weise miteinander verknüpft werden.

Die Ausstellung Lost in Flowers läuft vom 6. Mai bis zum 19. August 2012. In de Roos von Margriet Smulders vom 6. Mai bis zum 7. Oktober 2012.

 

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